Betäubungsmittel erschnüffelt
Polizeimeldung vom 10.11.2016
Treptow – Köpenick

Nr. 2756
Bei einem Einsatz zur Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität gestern Nachmittag in Alt-Treptow stellten Polizisten des Abschnitts 65 und der Direktion Einsatz, dank der Hilfe des Polizeihundes Terrolino und seiner drei „Kollegen“, zahlreiche Drogen und Geld sicher.

Zwischen 14 und 16 Uhr fanden die Beamten und die Rauschgiftspürhunde in der Grünanlage „Schlesischer Busch“ unter Herbstlaub und in Büschen über 80 Packungen mit mutmaßlichen Betäubungsmitteln sowie über 1.000 Euro, die sich in einer Plastiktüte befanden. Festnahmen gab es keine. Die weiteren Ermittlungen übernimmt die Kriminalpolizei der Direktion 6.

http://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.531518.php

 

Na klar, sie waren ein Team. Terrolino hob die Schnauze aus dem Napf, das Wasser tropfte ihm von den Lefzen. Knopf, Pinscher, Winnie – Kollegen, wie man sie sich wünschte. Mit denen konnte man immer auf einen Knochen weggehen. Oder schick Hundekuchen essen im Chez Clebs. Er schüttelte den Kopf ein wenig, bis die Ohren flogen. Dann trottete er zurück zu seiner Decke. Draußen feierten sie und auch die Kollegen standen fröhlich jaulend am Gitter. Das war ja auch eine Wucht, dass sie die Päckchen gefunden hatten unter all dem Herbstlaub. Schönes, buntes Herbstlaub. Man konnte sich hineinwerfen. Sich aalen darin. Und Lenkert, sein Kumpelchef, der ihm die Leckerlies in die Schnauze schob, wenn mal wieder alles gepasst hatte, ließ ihn ja machen. Aber, es war Herbst. Und Terrolino hat mehr vor, als sich den beruflichen Erfolg zu Kopf steigen zu lassen. Er war anders als Winnie, als Pinscher. Die waren verheiratet mit der Arbeit. Terrolino hatte auch heiraten wollen – eine Frau aber. Eine richtige Hundefrau. Geraldine. Sie war aber Model geworden, sie hatten sie für die Frolic-Werbung entdeckt. Terrolinos Vater hatte die die spöttisch die Lefzen hochgezogen, dann hatte er geknurrt. Frolic. Konnte sie auch gleich für Krauss-Maffai modeln. Oder für Nestlé. „Verraten und verkauft“, sagte sein Vater. Und dann noch: „Du tust das Richtige, Junge.“ Und genau daran hatte Terrolino inzwischen seine Zweifel. Sollte man die Leute nicht rauchen lassen, so wie man Frolic seine ollen Kauringe verkaufen und bewerben ließ? Er war vielleicht nicht in der Position für solche Fragen – noch nicht. Und überhaupt, wieder schüttelte er den Kopf, bis die Ohren flogen, es war nicht die Zeit für solche Gedanken, es war vielleicht überhaupt nur eine Herbstlaune, so zu denken. Er lief zum Gitter, er rammte seinen Kopf in Knopfs Seite, leckte die anderen beiden ab; sie alle heulten vor Freude gemeinsam laut auf. Lenkert hatte gerade einen Tisch für sie reserviert, später würden sie sicher noch in den Loup Blanc gehen. Wenn der Kater kam am nächsten Tag (bei diesem Wort musste Terrolino natürlich knurren, ob er wollte oder nicht) würde er schon noch genug Zeit haben, Trübsal zu blasen.

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Kraddieb auf frischer Tat geschnappt
Polizeimeldung vom 27.10.2016
Tempelhof – Schöneberg

Nr. 2665
Zwei Anwohner sahen in der vergangenen Nacht vom Balkon einer Wohnung in Schöneberg, dass zwei Unbekannte ein Motorrad über den Dürerplatz schoben. Die beiden, 20 und 18 Jahre alt, entschlossen sich der Sache auf den Grund zu gehen und begaben sich gegen 2 Uhr auf die Straße. Als die mutmaßlichen Kraddiebe das bemerkten, ließen sie die KTM links liegen und ergriffen die Flucht. Einen der Flüchtenden konnten die Zeugen ergreifen und bis zum Eintreffen der alarmierten Polizei festhalten. Der 37-Jährige wurde dem Fachkommissariat der Polizeidirektion 4 überstellt. Die Ermittlungen dauern an.

http://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.527505.php

 

„Wenn nicht mal die Mopeds mehr sicher sind …“ Dieter schüttelte den Kopf. Er nahm zwei Hiebe und reichte dann weiter. „… dann ist nichts mehr sicher“, sagte er dann noch, damit die Umstehenden begriffen, was er meinte. „Wenn der Rico und der Lulatsch nicht gewesen wären, die kenne ich ja von so an“, Dieter drückte die Flache Hand in Richtung Erde, „dann wären die entwischt mit der KTM, knallhart entwischt. Weggewesen wären die. Weg. Futschikato. Nix mehr mit KTM. Gar nix. Wenn die nicht auf dem Balkon gewesen wären, des Nächtens um zwei, und dann die Heinis gesehen hätten … Ich meine, die sind ja sogar noch runter, um die Sache abzuklären. Die haben nicht gesagt: ‚So, zwei Uhr, jetzt machen wir nichts mehr, jetzt ist Schicht, Sense, aus, jetzt gehen wir ins Bett.‘ Nee! Die sind hingegangen. Haben sich erkundigt. Und dann sind se ja schon weggerannt, die Klaufinken wie die Orgelpfeifen.“ „Orgelpfeifen?“ „Ach Mann, das ist doch jetzt egal. Wenn die beiden nicht gewesen wären … Leute … ich sag’s euch. Weggwesen wäre die KTM. Weg.“ „Is gut Dieter.“ „Weg.“ „Nimm noch ’n Hieb.“ „Man erkennt ein Land daran, wie es seine Mopeds behandelt. Und das ist jetzt auch das Schlusswort … Wirklich … der Rico und der Lulatsch … prächtig … – Bommel, wie war’n das mit dir damals und dem Moped, erzähl mir die Story noch mal. Ich will noch ’n letztes Mal heulen, bevor ich in die Falle hüpf. Noch mal richtig Pipi in die Augen haben, wie das früher noch war … lacht da nicht, nen schönen Mann kann keine Träne entstellen, hat meine Oma immer gesagt …“

Meldung 1 (neue Serie)

Oktober 27, 2016

Polizeimeldung vom 22.10.2016
Steglitz – Zehlendorf
2633
Nickerchen auf der Kreuzung

Nachdem er nach eigenen Angaben mehrere alkoholische Getränke auf einem Oktoberfest genossen hatte, entschied sich in der vergangene [sic] Nacht ein 45-Jähriger in Steglitz leider gegen ein Taxi und für das eigene Auto. Einem Taxifahrer war der Renault-Fahrer gegen 3.50 Uhr aufgefallen, nachdem er mehrere Grünphasen einer Ampel am Wolfensteindamm im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen hatte. Der Taxifahrer hatte daraufhin den mit geschlossenen Augen hinter dem Steuer sitzenden Mann bemerkt und mehrfach an die Scheiben des verschlossenen Wagens geklopft. Als der Fahrer jedoch nicht reagierte, alarmierte der Taxifahrer Polizei und Feuerwehr. Auch auf mehrfaches Klopfen der wenig später eingetroffenen Polizisten reagierte der Mann nicht, so dass diese eine Scheibe mit einem Nothammer einschlugen, was den Schlaf des 45-Jährigen zunächst auch nicht unterbrach. Erst auf mehrfaches Rütteln an den Schultern reagierte der Mann und kam wieder zu sich. Er wurde gebeten den Motor abzustellen und auszusteigen. Hierbei gab er spontan zu, Alkohol konsumiert zu haben. Eine Atemalkoholmessung ergab einen Wert von rund 1,5 Promille. Ein Richter ordnete eine Blutentnahme bei dem Mann an. Nachdem ihm in einer Gefangenensammelstelle Blut abgenommen worden war, konnte er seinen Weg zu Fuß und mit einem Taxi fortsetzen. Sein Fahrzeug wurde aufgrund der eingeschlagenen Seitenscheibe zwecks Eigentumssicherung zu einem Sicherstellungsgelände gebracht. Die Ermittlungen dauern an.

http://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.526618.php

„Oktober, Oktober. Hm hm hm … Oktober.“ Gar nicht so schlecht, der Herbst. Gar nicht schlecht. Hehe. Heute Abend, da machen wir ein Fest, ein Oktoberfest. Na, hoffentlich kommt die Stefanie auch. „Der Herbst steht auf der Leiter und malt die Steffi bunt …“ Hehe. Ich schaue, dass ich nur ein Bier trinke. Oder zwei. Ich muss aufpassen mit dem Schnaps. Am besten gar keinen trinken. Wo ist denn nur. „Wo ist denn … Halt …“ Alles klar. „Habs gefunden.“ Und wenn der dicke Wanzmann aus der IT mitkommt, dann machen wir den besoffen. Ich tue nur so, als ob ich trinke. Das kriegt der gar nicht mit. Außerdem … außerdem kommt der mit der Bahn, der Idiot, das weiß ich. Hat nicht mal den Lappen. Aber ich. Und ich fahr die Steffi nach Hause … und dann sag ich: Steffi, sag ich, ich bin schon müde, richtig müde, kann ich bei dir auf dem Sofa schlafen? Und dann entkorken wir noch einen Wein und dann lächele ich der Steffi zu. Hab ich einen neuen Schlüpper an … ja. Nicht die alten Dinger. Die müsste ich auch mal wegwerfen, herrje. Na, die Steffi, die wird’s schon merken. Wenn ich auf ihr bin. Was ich kann. Hehe. Und morgen lachen wir über den Wanzmann. Ha, der wird n’ dicken Kopf haben, nen richtigen Brummschädel. Den lass ich wissen, wie er sich blamiert hat. „Hm hm hm, Oktober, Oktober“. Gut, dass ich gleich investiert habe. Mit nem Clio machst du heute ja gar keinen Eindruck mehr. Aber der Capture kommt gut an, der kommt immer gut an. Die denken immer alle gleich, dass ich total der Designer bin … hehe. So, noch ein bisschen Parfüm, nicht so viel, ist klar. Oh Steffi, ich komme. Und trinken werde ich nur ein Bier. Oder zwei. Klar. Ich bin aber wirklich schon müde. Na, das passt noch besser zur Story. „So … Tschö mit ö, ich mach los!“

„Fatal!“, brüllte Sigmar Wolkenstein, der in Würde ergraute Verwandte des neunundzwanzigjährigen Sushi-Meisters Tinto Wolkenstein. War er doch einst nur stummer Zeuge der unglücklichen Liebesexzesse seines Neffen gewesen, hatte er noch aus dem abgedunkelten Fenster auf die einstige Brandstifterin, eine abgewiesene Verehrerin, zeigen können, die den enorm teuren Kunstrasen auf dem Balkon des reichen Wolkenstein-Juniors ruiniert hatte, war er nun hier, wo er wild mit der Faust auf die Motorhaube eines BMW’s eindrosch, mitten in dem ihm so verhassten Geschehen. Es war diese Jschaggie, diese alte Matrone, die Tinto einst, bei einer Kaffee- und Kuchenrunde der Familie vorgestellt hatte. „Was willst du denn mit so ’ner Alten?“, hatte die Oma gefragt. Ein Eklat. Wie blöde trat die Alte jetzt das Gaspedal, ließ den Wagen nach vorn schnellen, bedrohte die Gruppe der Männer und ihrer Hunde. Wie angestochen jaulten die Rüden und zerrten an ihren Leinen. Und Tinto, der ganze Körper geschmeidig vom Rollen des Sushi, rettete sich durch einen Sprung, gelangte neben das Fahrzeug, bekam glücklich den Griff der Beifahrertür zu fassen und riss sie auf. „Jschaggie?“, rief der fahle Tinto ganz entsetzt. (Wie öde und überflüssig, dachte Wolkenstein, Sigmar, der die ganze Geschichte so abgeschmackt fand.) Und als die Hunde nur noch leise winselten und der dritte im Bunde, der vom Fahrzeug touchierte Nachbar Jörn Holmsen, sich die Wade rieb, lächelte Tinto Wolkenstein, dass eine Frau, sogar eine so alte, bereit war, für ihn zu morden. „Phänomenal“, nuschelte er. Nur Holmsen lächelte nicht, nahm seinen Hund, zog den Hut, schüttelte den Kopf, humpelte davon und sagte zu sich: „Das gibt noch was“.